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FreiraumArchitektur

Architektur, Wohnen, Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeits-Tipp: Natürliche und nachwachsende Baustoffe verwenden

21. März 2017 by Birgit Schneider

Flachsblüte Foto: Fachagentur für nachhaltige Baustoffe

Was in den Anfängen des Hausbaus noch völlig normal war, wird heute mit der Auszeichnung “nachhaltig” versehen. Früher hat man aus vorhandenen Materialien wie Holz, Lehm, Kalk, Naturgips, pflanzlichen Fasern und regionalem Gestein erst Hütten, später dann große Gebäude erstellt. Auch die Helfer und Handwerker kamen aus der Gegend. Die Tatsache, dass alle Rohstoffe nur soweit verbraucht werden, dass die Material-Quelle nicht versiegt und wieder nachwachsen kann, war damals überlebensnotwendig. Heute ist der Nachhaltigkeits-Gedanke wichtiger denn je.

Die modernen Errungenschaften, Rohstoffe überall auf der Welt mit maschineller Unterstützung fördern zu können, diese rund um den Globus zu transportieren und Baustoffe auch synthetisch herzustellen, hat uns große Annehmlichkeiten und Luxus beschert, unserer Umwelt aber schwer zugesetzt. Und auch wenn die Menschheit das ganz gerne zu übersehen scheint: Wir können nicht ohne eine intakte Umwelt existieren. Die Erde kann allerdings ganz gut ohne uns Menschen weiter bestehen. Deshalb sollten wir uns bemühen, nicht die erste Spezies zu sein, die sich ihre Existenz selbst vernichtet. Das führt uns wieder mehr zu den Anfängen – nicht im wortwörtlichen Sinne, aber in den grundsätzlichen Ansätzen. Das heißt, wir sollten wieder vermehrt regional vorkommende sowie nachwachsende Rohstoffe nutzen und diese auch ortsnah verarbeiten. Zum Beispiel Reeddächer in Norddeutschland, Schieferfassaden in Westfalen oder Sandstein in Süddeutschland.

Flachsblüte Foto: Fachagentur nachwachsende Rohstoffe

Aus Flachsfasern werden natürliche Dämmstoffe hergestellt. Foto: Fachagentur nachwachsende Rohstoffe

Nachhaltiges Bauen und Renovieren sollte die Umwelt so wenig wie möglich belasten, den Bewohner wohngesunde Behausungen bescheren und die einzelnen Baustoffe sollte sich nach Nutzung wieder rückstandslos recyceln lassen. Nachwachsende Baustoffe wie Holz, Hanf, Flachs oder Schafwolle sowie Naturbaustoffe wie Lehm erfüllen diese Kriterien.

Nachwachsende Baustoffe mit vielen Vorteilen. Klick um zu Tweeten

Holz ist ein klimaneutraler und flexibler Rohstoff

Holz ist beispielsweise ein klimaneutraler und sehr flexibel verwendbarer Baustoff. Der Baumstamm speichert während seines Wachstums Kohlendioxid aus der Luft, dieses verbleibt dort bis zum Recycling. Bei einer fachgerechten Fällung und Weiterverarbeitung wird kaum CO2 freigesetzt. Aus dem Öko-Baustoff wird Konstruktionsvollholz, Holzfaser-Dämmstoffe, Holzleimbinder und Ähnliches hergestellt. Laut dem Verband Holzfaser Dämmstoffe VHD glänzen alle diese Holzbaustoffe über ihre gesamte Lebensdauer mit einer ausgezeichneten Ökobilanz. Vorausgesetzt, es werden heimische Hölzer ohne chemischen Holzschutz verwendet. Wer regionale Hölzer verwenden möchte, dem hilft das Label “Holz von hier” der gleichnamigen gemeinnützigen Initiative bei der Orientierung. Entsprechende Anbieter findet Ihr auf der Website der Initiative.

Schafe auf der Wiese im Gebirge Foto: Woolin

Schafe liefern regelmäßig neuen Rohstoff für Dämmstoffe. Foto: Woolin

Lehm punktet mit guten Eigenschaften

Lehm ist ebenfalls ein heimischer Baustoff, der ökologisch und aufgrund seiner bauphysiologischen Eigenschaften interessant ist. Lässt man Lehmbaustoffe trocknen, werden sie fest. Da sie in Kontakt mit Wasser wieder weich werden, gibt man mineralische und pflanzliche Zusätze dazu. Diese Lehmbaustoffe können zu einer Stampflehmwand verarbeitet werden oder sie dienen als Lehmsteine zur Ausfachung in Fachwerkhäusern. Aus gebranntem tonhaltigen Lehm entstehen Mauer- und Dachziegel. Der schon von den alten Römern geschätzte natürliche Baustoff, hat eine lange Lebensdauer. Doch Vorsicht, heutige Ziegel werden meist nicht mehr aus einheimischen Lehmvorkommen hergestellt. Der nötige Transport machen die Ökobilanz von Lehmziegeln zunichte.

Hanf als robuster Rohstofflieferant

Hanf ist eine alte, sehr robuste und genügsame Pflanze, die vollständig mit allen Bestandteilen genutzt werden kann. Aufgrund ihrer Eigenschaften ist sie wirtschaftlich, aber auch ökologisch interessant. Hanf wächst sehr schnell, die Pflanze erreicht innerhalb in rund 100 Tagen eine Höhe von vier Metern. Durch das schnelle Wachstum hat Unkraut am Boden keine Chance, der Anbau von Hanf erfordert damit keine Pestizide. Zudem bindet Hanf bei seinem Wachstum mehr Kohlendioxid wie jede andere Kulturpflanze unserer Breitengrade. Dämmstoffe aus Hanf benötigen keinerlei Chemie gegen Schimmel oder Schädlinge.

Flachs ist weitgehend fäulnisresistent

Flachs wurde bereits von den Menschen in der Steinzeit genutzt. Aus den Fasern der Pflanze, die bei der Leinengewinnung anfallen, werden Dämmstoffe hergestellt. Als Flammschutzmittel dient Borsalz, außerdem ist Flachs weitgehend fäulnisresistent.

Rinde der Korkeiche, Kork, Foto: Hackenschuh

Die Korkeiche kann 150 Jahre lang immer wieder geschält werden. Foto: Hackenschuh

Leichter Kork mit isolierender Wirkung

Auch Kork eignet sich aufgrund seiner Eigenschaften als Dämmmaterial. Trotz des leichten Gewichts wirkt Kork stark isolierend. Kork wird aus der Borke der Korkeiche gewonnen, die dafür geschält, aber nicht gefällt wird. Ein Baum kann sehr alt werden und dient mitunter über 150 Jahre immer wieder als Kork-Lieferant.

Schafwolle macht Formaldehyd unschädlich

Schafwolle gehört ebenfalls zu den natürlichen Dämmstoffen, die schon sehr lange von der Menschheit genutzt wird. Obwohl die Oberfläche von Schafwolle wasserabweisend ist, was man bei einem Pullover aus echter Schafwolle gut sieht, kann diese prima Feuchtigkeit binden und wieder abgeben. Die gute Isolierfähigkeit bleibt auch im nassen Zustand erhalten, weshalb das Material auch nicht schimmelt. Ein weiterer Vorteil von Schafwoll-Dämmstoffen besteht darin, dass sie Formaldehyd-Ausdünstungen aus Anstrichfarben, Lacken, Kleber, Bindemitteln und Leimen binden und unschädlich machen können.

Schafwolle kann Formaldehyd unschädlich machen. Klick um zu Tweeten

Natürliche Baustoffe benötigen bei ihrer Gewinnung und Herstellung wenig Energie, sie kommen ohne schädliche Zusätze aus und schaffen ein wohngesundes Raumklima. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft benötigt beispielsweise die Herstellung einer Hanf-Dämmplatte im Vergleich zu Steinwolle nur ein Zehntel der Energie. Außerdem sind natürliche Baustoffe ohne Probleme zu entsorgen. Auf gute Qualität muss man dabei nicht verzichten.

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Kategorie: Bauen, Leben, Nachhaltigkeits-Tipp Stichworte: Flachs, Hanf, Holz, Kork, Lehm, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeits-Tipp, nachwachsende Rohstoffe, natürliche Baustoffe, Schafwolle

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  1. Joachim Hussing meint

    18. Januar 2021 um 22:39

    Danke für die Info über erneuerbare Baumaterialien. Mein Freund überlegt, ein Gebäude zu bauen. Ich werde diese Informationen über natürliche und erneuerbare Baumaterialien mit meinem Freund teilen, weil er natürliche Materialien mag.

    Antworten
  2. Tobias Müller meint

    3. Februar 2021 um 14:42

    Vielen Dank für den Beitrag zum Thema natürlich nachwachsende Baustoffe. Mein Bruder interessiert sich für den Verkauf von Baumaterialien aus Abbrucharbeiten. Gut zu wissen, dass Holzbaustoffe über ihre gesamte Lebensdauer hinweg eine ausgezeichnete Ökobilanz aufweisen.

    Antworten
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