
Dieses Hanghauses fügt sich perfekt in die umgebende Landschaft mit Natursteinmauern, Weinbergen und grünen Hügeln ein. Man könnte sogar meinen, es ist in den Fels gebaut. “Integration statt Kontrast” – lautet das Motto, das Architekt Rocco Borromini mit viel Naturstein, Glas und einer terrassierten Grundfläche wahr werden lässt. Zwischen den angrenzenden Gärten und dem älteren Haupthaus, fällt der Erweiterungsbau gar nicht als Neubau auf. Spannende Architektur ist nicht immer auffällig und laut, hier ist es der zurückhaltende, anpassende Stil, der begeistert.

Die Natursteinfassade, die großen Glasflächen und die Terrassierung prägen den Charakter des Gebäudes. Foto: Schüco/A.Puliogotto
Inmitten der von Weinbergen geprägten Landschaft Norditaliens wünschten sich die Bauherren einen Erweiterungsbau, der sich optisch harmonisch zu dem bestehenden Haus gesellt. Und tatsächlich: Die beiden Baukörper erscheinen, obwohl sie sehr unterschiedlich sind, nach außen als ausgeglichene Einheit. Dies erreichte Architekt Borromini mit drei prägenden Entwurfsansätzen, die den Erweiterungsbau ausmachen. Zum einen ist das Volumen des Anbaus mit dem des bestehenden Traditionsbaus vergleichbar. So ist ein ausgewogens Verhältnis der beiden Baukörper entstanden. Keines tritt mit dem anderen in Konkurrenz, keines hebt sich hervor. Zum anderen wurde die Terrassierung in der Planung aufgenommen. Die drei Gebäudeebenen scheinen wie drei Steinterrassen in den Hang eingebettet zu sein. So fällt das Haus-Ensemble zwischen den ebenfalls terrassierten grünen Hängen des Umfelds aus Weinbergen und Gärten gar nicht aus dem Rahmen. Die unterste Ebene des Neubaus beinhaltet die Garage und die Wirtschaftsräume. Im ersten Obergeschoss befindet sich der Hauptwohnraum mit Küche und Essbereich als erweiterter Wohnbereich des alten Gebäudes. Das nochmals zurückversetzte obere Stockwerk hat einen separaten Eingang und dient als Wohneinheit mit Schlafbereich, Ankleide und Poolzone. Als drittes integrierendes Gestaltungsmittel wurde Naturstein als Fassadenmaterial verwendet. So wird ein direkter Bezug des Erweiterungsbau zum bestehenden Haus und zu den grundstücksbegrenzenden Mauern aus Steinen der Region hergestellt. Beide Baukörper fügen sich harmonisch in das historisch gewachsene bauliche und natürliche Umfeld ein.

Durch die großen Glas-Schiebetüren wird das Panorama der norditalienischen Landschaft ganzjährig in den Wohnraum geholt. Foto: Schüco/A.Puliogotto
Damit sich auch die unterste Funktionsebene mit den Garagen dem Gesamt-Ensemble anpasst, wurde hier ebenfalls die Steinverkleidung gewählt und mit Naturholztoren kombiniert. Die Dachbegrünung bindet den reinen Funktionsbereich zusätzlich in das natürliche Umfeld ein. Die beiden Wohnebenen sind nach Süden hin in Richtung Garten großflächig verglast. Große Glas-Schiebtüren, die auf der gesamten Breite lediglich durch ein filigranes, vertikales Profilelement unterbrochen werden, geben den Blick auf das gesamte Panorama frei. Transparenz pur, die im Sommer noch verstärkt wird: Denn die Schiebeelemente können auf eine Breite von ungefähr vier Metern geöffnet werden. Damit dies komfortabel möglich ist, können die Schiebeelemente fast lautlos per Knopfdruck zur Seite gefahren werden. Das motorische Antriebssystem Schüco e-slide ist unsichtbar integriert und kann sogar über das iPad oder das iPhone gesteuert werden. Bei schönem Wetter heißt das: Leben im Innern wie im Außen. Die Grenzen zwischen Innenraum und Terrasse spielen keine Rolle mehr.
Leben im Innern wie im Außen: Große Glas-Schiebetüren öffnen sich über vier Meter. Klick um zu TweetenDer herrliche Ausblick ist wetterunabhängig garantiert: Der imposante Talblick über die faszinierende Natur Norditaliens ist durch die großzügige Verglasung ganzjährig Bestandteil des Wohnraums. (Weitere Gestaltungsmöglichkeiten mit Glas findest Du in diesem Blog-Beitrag.) Aufgrund der Südausrichtung der großen Glasflächen wurde ein Sonnenschutzglas verwendet. Eine in den Scheibenaufbau integrierte Beschichtung reduziert den infraroten Strahlungseintrag und schützt so vor Überhitzung. Zusätzlich wurden elektronisch gesteuerte, außen liegende Beschattungssysteme angebracht, die die Räume bei Bedarf abdunkeln.

Offen nach außen und nach innen: Koch-, Ess- und Wohnbereich sind als zusammenhängender Raum konzipiert. Foto: Schüco/A.Puliogotto
Bei aller Transparenz und Offenheit gibt es aber auch verschlossenere Bereiche in dem Hanghaus. Die Sanitärbereiche liegen auf beiden Wohnebenen geschützt hinter der Natursteinfassade und öffnen sich nur durch dünne Mauerschlitze nach Süden. Die Privatsphäre ist so gewährleistet und die Glasflächen erhalten eine Erdung durch die Naturstein-Umrandung. Die helle Steinfassade wirkt dabei nie schwer oder dominant, sondern lebendig und warm. Der scheinbare Kontrast zwischen Stein und Glas wird optisch zu einem natürlichen Verbund von sich unterstützenden Materialien. Die neutralen Glasflächen sorgen gemeinsam mit der warmen Natursteinfassade für eine sensible Einbettung des Erweiterungsbaus in den Hang. Wie von den Bauherren gewünscht, tritt der Erweiterungsbau mit dem bestehenden Gebäude in Dialog – beide gemeinsam ergeben ein harmonisches Ensemble. Eine Architektur, die sensibel mit der umgebenden Natur und den Gegebenheiten umgeht. Eine integrierende Architektur, die keine auffälligen Statements benötigt, sondern mit gekonntem Understatement glänzt.


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