
Wer Spaß am Einrichten und Dekorieren hat, geht mit offenen Augen durch die Welt und saugt Inspirationen auf wie ein Schwamm. Doch in die Privaträume der wirklich interessanten Menschen kann man meistens nicht schauen. Da hilft das Buch “Rooms”. Es präsentiert mit zahlreichen stilvollen Bildern sehr persönliche Eindrücke aus dem Zuhause von Kreativen aus ganz Europa. Die Autorin Kerstin Rose hat insgesamt 19 Designer, Architekten, Einrichtungsspezialisten sowie Kunstberater und Möbel- oder Grafikdesigner besucht. Sie öffnen ihre Wohnungstür und heißen alle Leser herzlich willkommen. Eine tolle Gelegenheit, in die ideenreiche Wohnwelt von kreativen Köpfen einzutauchen!
Die eigenen vier Wände sind der persönliche Rückzugsbereich jedes Einzelnen. Hier schafft man sich sein Reich nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen. Umso interessanter ist es, wie Menschen, die tagtäglich mit Gestaltung und schönen Dingen zu tun haben, wohnen. Es zeigen sich sehr unterschiedliche Einrichtungsstile, die den individuellen Geschmack der Bewohner mit viel Lust an unkonventionellen Lösungen, der Freiheit des Querdenkens und eine gehörige Portion Erfahrung zum Ausdruck bringen.

Das einfache Farbkonzept im Ferienhaus von Architekt Luca Zanaroli: Weiß getünchte Wände und ein lackierter, bräunlich-rostig eingefärbter Zementkalk-Fußboden.
Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer perfekt abgestimmten Einrichtung wie aus dem Katalog oder dem Möbelhaus und einem Interior, in dem sich authentisch die Lebensphilosophie der Bewohner wiederspiegelt. Das eine mag perfekt sein, es zeigt jedoch keine Persönlichkeit mit Sehnsüchten, Ecken und Kanten. Das andere muss nicht immer perfekt sein, da der Charme des Einzigartigen überwiegt. Einrichten ist mehr als nur das harmonische Zusammenstellen von Möbelstücken mit passender Deko und einem abgestimmten Farbmuster. Genau die Brüche, die Ungereimtheiten und überraschenden Kombinationen können es sein, die – werden sie gekonnt eingesetzt – eine besondere Atmosphäre schaffen.

Der überdimensionierte Traumfänger war früher ein Katzenbaum, der mit Mobiles und kleinen Fundsachen behängt wurde.
Da sich Kreative viel mit Farben, Formen und Gestaltung auseinandersetzen und ein feines Gespür für Kompositionen entwickelt haben, entwickeln sich ihre Eindrücke aus einem Gefühl heraus zu persönlichen Gestaltungsideen. Auch die Autorin berichtet im Vorwort, dass die Experten meinen, ihre Einfälle wären Eingebungen, die auf Erfahrungen basieren. Wer viel sieht und in sich aufnimmt, kann einen eigenen Stil entwickeln. Aber Kreativität braucht Nahrung, um sich zu entwickeln. Sie entsteht nicht nur aus Dingen, die einem gefallen. Dazu gehört auch, dass man sich einmal Gedanken darüber macht, warum einem ein Interior nicht gefällt. Was stört mich daran? Was würde ich anders machen? Diese Prozesse fördern die Entwicklung eigener Vorlieben. Mit dieser Vorarbeit (oder eher mit diesem Vorvergnügen) klappt es mit dem Einrichten der eigenen vier Wände viel einfacher.
Kreative Gestaltungsideen entstehen durch Inspiration und viel Erfahrung. Klick um zu TweetenSolche Inspirationen bekommt man im Buch “Rooms” ganz bequem von der heimischen Coach aus. Der Leser wird in verschiedene Farbkonzepte entführt, entdeckt unterschiedliche Beleuchtungssituationen und lernt die individuellen Gestaltungsideen der Bewohner kennen. Anne-Sophie Pailleret, Innenarchitektin aus Paris, schmückt beispielsweise Räume gerne üppig und farbenfroh. “Der Luxus kommt mit den Details”, ist ihre Devise. “Eine interessante Kulisse braucht aber noch mehr”, ist sich Benito Escat junior, Sohn eines Unternehmers, sicher: “Ruhepole fürs Auge.” Der italienische Architekt Luca Zanaroli liebt die schlichte Eleganz. In seinem Ferienhaus herrschen Weißtöne kombiniert mit Braun und Grau vor. Sie schaffen eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Fundsachen werden umfunktioniert und entfalten zum Beispiel als Coachtisch einen neuen Charme. “Ich mag es, Dinge wiederzuverwerten und sie in einem neuen Zusammenhang zu stellen”, erläutert der Italiener seine Vorgehensweise.

In diesem Stadtpalais werden Vintage-Raritäten vor edler Kulisse ganz modern inszeniert.
In den vielen Wohngeschichten bekommt man zahlreiche Tipps: Bilder werden hier nicht aufgehängt, sondern collageartig auf den Boden gestellt. Plattencover werden in schönen Bilderrahmen zu Kunstwerken an der Wand. Man erhält Anregungen, wie man Flächen gliedert und dadurch Spannung erzeugt und praktische Ablageflächen entstehen. Dabei können Raumteiler aus verschiedenen Materialien nützliche Dienste tun. Jeder der vorgestellten Krativen hat dafür eigene Gestaltungsideen und individuelle Lösungsansätze. Der eine mag es gern bunt, der andere eher natürlich zurückhalten. Manche sammeln Stühle, andere mögen wiederum Pflanzen oder lieben eine bestimmte Epoche. Das Buch “Rooms” liefert mit den Einblicken ins Zuhause der Kreativen interessante Impulse, um den eigenen Stil zu entfalten oder weiterzuentwickeln. Man darf sich nur nicht von den herrlichen Lofts, den weitläufigen ehemaligen Industriehallen, herrlich hohen Altbauwohnungen mit tollem Stuck oder anderen traumhaften Wohnsituationen entmutigen lassen. Denn natürlich wohnt keiner der Kreativen in einer normalen Vier-Zimmer-Wohnung oder einem kleinen Reihenhäuschen. Aber warum nicht groß träumen und das eigene Reich, und sei es noch so klein, schön und gemütlich einrichten. “Rooms” ist also ein Buch zum Schmökern und Schwelgen. Aber Vorsicht – danach ist absolutes Umgestaltungs-Fieber und große Dekorier-Lust angesagt!
Vorsicht: akute Umgestaltungs- und Dekorier-Gefahr! – Buch Rooms Klick um zu TweetenDas Buch “Rooms” gibt es für 39,99 Euro. Hier gleich reinblättern und bestellen:


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